Berghaus

Wann, wo und was - das Programm für Mazedonien/Kosovo

Mittwoch, März 28, 2007 · 2 Kommentare

Transparenz ist alles und ich will nicht so sein; damit der werte Leser auswählen kann, ob das, was kommt, wichtig und interessant ist, folgt das Programm für die nächsten Tage auf meiner Recherchereise nach Mazedonien und in den Kosovo über Köln/Bonn und Thessaloniki/Griechenland. Gesponsert wird die Veranstaltung - das wird man ja mal sagen dürfen - durch Schüler Helfen Leben und die Friedrich-Ebert-Stiftung. Rangeraten bin ich daran, weil ich an einem Wettbewerb der Jugendpresse und Schüler Helfen Leben zu Willy Brandts Zitat “Es wächst zusammen, was zusammen gehört” mitgemacht und neben vier anderen gewonnen habe.

Mittwoch, 28.3.: Aufbruch nach Flughafen Köln/Bonn mit dem Zug um 20.59 Uhr ab Berlin Hbf. Vorher: frei haben, grillen, Sachen packen und Muttis Geburtstag feiern. Wird schön, denn für gutes Wetter ist gesorgt, schlechtes gab es letzte Woche bei “Junge Journalisten on Tour” in der deutsch-polnischen Grenzregion. Und es war so viel schlechtes Wetter, das reicht erst einmal aus.

Donnerstag, 29.3.: 2.30 Uhr Ankunft am Flughafen, dann 6.35 Uhr Abflug nach Thessaloniki, denn wir fahren über Griechenland. Weitere Aufgaben für den Tag: nicht über den griechischen Straßenverkehr wundern und mit dem Zug nach Skopje/Mazedonien fahren.

Freitag, 30.3.: 10 Uhr Treffen mit dem Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Stiftung Skopje, Stefan Dehnert. Um 12 Uhr Treffen mit Eben Friedman vom Europäischen Zentrum für Minderheitenangelegenheiten. Und um 15 Uhr Treffen mit dem deutschen Botschafter Ralf Andreas Breth. Außerdem: großes Kennenlernen, erstes Anschauen der vielen Kirchen und mit der Stadt vertraut machen. Achja und das Essen ausprobieren.

Samstag, 31.3.: Vormittags Stadtführung - also die genaue Einweisung in alle Kirchen. Aufgabe ausmachen der Bezirke, was gibt es wo und was macht es spannend. Nachmittags dann der Besuch einer lokalen TV- oder Radiostation - hauptsächlich eine Möglichkeit, sich von Einheimischen qualifizierte Tipps zur Stadt geben zu lassen.

Sonntag, 1.4.: Ausflug in den Stadtteil Shuto Orizari, eine Roma-Siedlung. Roma, auch bekannt als Zigeuner und Gypsies, sind noch immer Unterdrückung durch Staat und Menschen ausgesetzt und grenzen sich deshalb von ihnen ab. Die meisten von ihnen leben in Slums mit bis zu 100% Arbeitslosigkeit, erhalten keine bis wenig Bildung und genauso wenig Austausch mit dem Rest der Bevölkerung. Sicherlich einer der spannendsten Aspekte des Programms.

Montag, 2.4.: Vormittags Stadtführung mit Kommunalpolitikern, die die Probleme in der Stadt zeigen und erklären wollen. Sicher spannend, wie sie die Probleme einschätzen, ob wir die Roma-Siedlung sehen werden und wie sie auf Nachfragen reagieren. Und ganz interessant: Fällt das Böse Wort “Abhängigkeit” in einem Satz mit Griechenland. Mittags Interview mit dem Bürgermeister von Shuto Orizari, Dr. Erduan Iseni, was hoffentlich wertvolle Hintergründe über das Leben im Stadtteil und die Unterstützung - sofern vorhanden - durch die Stadt offenlegt. Nachmittags Interview mit dem Präsidenten des Verbandes der Lokalregierungen, Andrei Petrov, der hoffentlich Auskunft über die wirksame Organisation des Regierens, über die Hauptstadt hinaus, geben kann.

Dienstag, 3.4.: Vormittags “freie Recherche” also vermutlich Kontakte, die in den Vortagen zu Minderheiten geknüpft wurden, nutzen, um weitere Einblicke in das Leben der Stadt zu bekommen. Nachmittags Weiterreise nach Rahovec/Kosovo.

Mittwoch, 4.4.: Vormittags Aufenthalt im Schüler Helfen Leben Jugendzentrum, sprich: Eindrücke sammeln von einer Stadt in einer strukturschwachen, ländlichen Region, die hauptsächlich albanisch ist, bei der es aber Minderheiten in eigenen Stadtteilen gibt, wie z.B. Serben, Roma und Ägypter.

Donnerstag, 5.4.: Nachmittags Termin bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Kosovo - interessant vor allem unter der Hinsicht, dass in absehbarer Zeit die UNO ihr weiteres Vorgehen für den Kosovo beschließen wird. (siehe Hintergründe Länder)

Freitag, 6.4.: Am Vormittag Besuch bei den Kosovo Forces (KFOR), die sich laut Handelsblatt mitunter “Latte-Macchiato-Truppe” nennt. Nachzulesen hier. Sicher spannend, auch vor dem Hintergrund, was einzelne Leute aus der Truppe tatsächlich für die Menschen machen und wie sie ein mögliches unabhängiges Kosovo von der Sicherheit einschätzen.

Samstag, 7.4.: Fahrt nach Thessaloniki. Dauert den ganzen Tag und wird die Möglichkeit geben, die Erlebnisse aufzuschreiben, auszuwerten, Fotos zu gucken und sich an den Abschied zu gewöhnen. Und abends, nachdem wir angekommen sind, werden wir wohl auch feiern. Das sollte doch arg wundern, wenn nicht.

Sonntag, 8.4.: Feiern und Erlebnisse verarbeiten. Um 23.00 Uhr zurückfliegen, dann einen Bus nach Bonn nehmen und hoffentlich in Johannas verwaister Wohnung übernachten. Danke an dieser Stelle noch einmal dafür.

Kategorien: Kosovo · Mazedonien · Programm · Überblick

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