Mittwoch, Februar 6, 2008 · 3 Kommentare
Wer sich hier wohlfühlte, der muss sich jetzt neu wohlfühlen, darf das aber viel regelmäßiger tun. Denn es ist vollbracht, ich ordne mich dem freisein-Netzwerk unter. In tiefer Demut bin ich von nun an “Plaste” auf
http://plaste.wordpress.com
Das schöne daran ist das Gute darin, das der liebe Leser jetzt ganz regelmäßig da verfolgen kann.
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Montag, Dezember 10, 2007 · 2 Kommentare
Vor einiger Zeit erschienen in diesem Blog drei Beiträge über den Spiesser. Diese habe ich nun vom Netz genommen. Einer von ihnen zitierte einen Artikel des Magazins Insight, der Artikel wird nach einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Spiesser nicht weiter veröffentlicht. Das heißt, er enthielt Unwahrheiten bzw. konnte einige Vorwürfe u. a. zur Ausnutzung von Fördergeldern und Ausbeutung von Auszubildenden nicht beweisen. Diese Vorwürfe habe ich mir nicht zueigen gemacht, wohl aber das Zitat publiziert. Der Spiesser hat mich nun gebeten, das entsprechende Zitat zu entfernen. Das habe ich getan, um zum einen Rechtsfolgen für mich zu vermeiden und um zum anderen nicht weiter Gerüchte zu verbreiten, die viel vorwerfen, aber nicht bewiesen sind. Das wäre unfair.
Ein weiterer Vorwurf, den ich zitierte, war die mitunter unsaubere Trennung von Anzeige und Artikel durch den Spiesser. Dass es damit in der Vergangenheit Probleme gegeben hat, gibt der Spiesser in dieser Stellungnahme zu.
Tatsächlich sind wir als kostenloser Titel auf Kooperationen angewiesen, lässt sich eine kostenlose Zeitschrift wie SPIESSER doch nicht allein über die reine Anzeigenfinanzierung realisieren. Gewöhnlich kennzeichnen wir diese Form der Kooperationen. Wir bedauern, sollte dies einmal nicht der Fall oder eindeutig genug gewesen sein.
Den Vorwurf griff ich mit den anderen beiden Beiträgen auf, auch mit Beispielen von Texten, bei denen, meiner Meinung nach, die Trennung unklar sei. Unklar war aber auch, ob bei den Beiträgen Geld geflossen ist. Sprich, ich weiß nicht, ob der Spiesser einfach nur PR-Material (zumindest in Teilen) übernommen hat oder dafür bezahlt wurde. In mindestens einem Fall war das wohl so, wie mir gegenüber zugegeben wurde, aber schwarz auf weiß habe ich es nicht. Deshalb habe ich die “Beispiele” vom Netz genommen.
Was allerdings bemerkenswert ist, dass der Spiesser nun auch auf spiesser.de auf “Kooperationen” deutlich hinweist. Ich bezweifle, dass das mein Erfolg ist, denn besonders meinungsmächtig ist dieses Blog nicht und soll es nicht sein. Wünschenswert wäre sicherlich eine deutlichere Kennzeichnung, auch im Teaser bzw. über dem Artikel, sodass es auch ersichtlich ist, wenn man nicht den gesamten Artikel gelesen hat. Aber das ist weitaus weniger gravierend als gar keine Kennzeichnung.
Ende vom Lied ist nun, dass es einen sehr konstruktiven Dialog zwischen dem Verleger des Spiessers, Frank Haring, und mir gegeben hat. Der ersparte beiden Seiten eine Menge Ärger und brachte den Anwälten dieses Landes mehr Freizeit.
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Montag, Dezember 3, 2007 · 5 Kommentare
Nein, es geht nicht um Berlin.
Eine Stadt an der Oder schafft es jedes Mal mich zu verzaubern. Es ist nicht der schlecht riechende Bahnhof, der einen etwas zu pompös begrüßt. Es sind nicht die Straßenbahnen, ständig überfüllt, mitunter alt und durchweg rücksichtslos. Es ist nicht der Stau, in dem man steht, wenn man mit dem Bus in die Stadt hinein fährt. Es ist nicht das riesige Einkaufszentrum nach amerikanischem Vorbild - IKEA, Media Markt, Möbel XY und so weiter -, das man aus dem Fenster sieht, während man im Stau steht.
Es ist etwas ganz anderes und nicht nur die - wohl gemerkt sehr schönen - alten Gebäude in der Innenstadt.
Freunde treffen, Bier trinken, sogar Kaffee trinken geht in vermutlich keiner Stadt besser. Die Stimmung stimmt, auch wenn es regnet. Weder Melancholie noch Gigantismus prägen die Stadt, es ist eine Mischung aus Aufbruch und Stillstand.
Die Mieten sind so hoch, wie in kaum einer vergleichbaren Stadt. Aber mit etwas Glück und Beziehungen finden sich schöne Zimmer, die es so nur dort geben kann. Möbel und Geschirr aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ein missmutiger Boiler und Decken doppelt so hoch wie die Bewohnerin. In Deutschland der Traum eines romantisch veranlagten Studenten, hier das, was man sich leisten kann.
Es ist Realität und deshalb viel schöner als jede noch schick arrangierte Altbauwohnung in einschlägigen Berliner Szenebezirke
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Mittwoch, November 7, 2007 · 2 Kommentare
Genau das. Da blogge ich mit Freunden drüber, die alle so Macken haben. Deshalb sind wir suboptimal. In jeder Hinsicht.
Warum wir aber doch Weltfrieden, Pornomusik und Arbeitsrecht wollen, kann man regelmäßig auf http://diesuboptimalen.wordpress.com/ nachlesen. Wenn das nichts ist.
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Dienstag, November 6, 2007 · 2 Kommentare
Also, ich möchte ehrlich sein: Gestern habe ich ein Poster von Joseph Goebbels in meinem Zimmer aufgehangen. Aber dass die Methoden des modernen Überwachungsstaats soweit gehen, dass heute die NPD-Werbung im Briefkasten liegt, das hatte ich nicht geahnt.
Die Nationaldemokraten bieten hier ein facettenreiches Programm: wenig gegen Ausländer, viel Heimat, pro Waldschlösschenbrücke (der Bürgerentscheid!) und gegen den Woba-Verkauf (bereits geschehenen!) . Highlight - oder Hochlicht auf Nationaldeutsch -: Die Dresdner Innenstadt soll nicht zur Spielwiese für postmoderne Spaßarchitekten werden. Soso. Ach, und die Neustadt! Das ganze linksradikale Gesocks, das sich da einen rechtsfreien Raum aufbaut. Da muss eingegriffen werden, natürlich von denen, die am meisten von Rechtsstaat verstehen: der NPD.
Nach Lektüre müsste man sich in Dresden angekommen fühlen, in der “Heimat”, dem “Elbflorenz”, dem “Stück sächsischer Identität”, von dem im Flyer immer geredet wird. Aber ein leises Gefühl schleicht sich ein - bin ich dem als Berliner überhaupt würdig? Bin ich in Dresden angekommen und aufgenommen? Der NPD-Flyer mag es nicht beantworten. Der will nur Geschichtslügen aufdecken und so weiter.
Ich mag übrigens auch nicht beantworten, ob ich hier angekommen bin. Nur leider befürchte ich, dass die NPD schon vor mir da war, auch wenn sie erst heute im Briefkasten lag - und jetzt in der Mülltonne.
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Es war schön im Schloss. Die Kunst, die im Bellevue an den Wänden hängt, ist zwar nicht der Wahnsinn, aber dafür tragen die Weingläser einen Bundesadler. Aber was passierte da eigentlich? Schwer zu sagen, es ging sehr schnell.
Zu schnell für unseren Bundespräsidenten, der nur zum Foto machen und Hände schütteln kam. Sehr gemächlich für Richard von Weizsäcker, der stattdessen mit uns redete und dabei vor allem zuhörte. Relativ schnell für unsere Präsentation, die bei der ersten Probe 37 Minuten und beim Empfang nur 20 Minuten dauerte. Kam aber sehr gut an, gab wirklich einiges an Feedback und auch einschlägige Gespräche. Praktikumsangebote und so. Etwas verwirrend, aber doch gern genommen.
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Dienstag, Oktober 16, 2007 · 1 Kommentar
Es wird ernst. Heute Abend beginnt das Abenteuer; der Anzug ist gepackt, die Schuhe auch, die Jeans haben frische Grasflecken und nur etwas Jura und Russisch trennt mich noch von ihm und der Präsentation für ihn. Was wird His Horstnesss sagen? Gibt es den Bausparvertrag? Oder erklärt er Kreisau doch zum besseren Deutschland?
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Ehrlich, is schön hier. Aber jetzt fleissig selberschauen!
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Donnerstag, Oktober 11, 2007 · 4 Kommentare
Es geht los. Nächste Woche hat die Freya-von-Moltke-Stiftung, Partnerorganisation der Kreisau-Initiative Berlin, einen Empfang beim Bundeshorst im Schloss Bellevue. Mit dabei: Vorzeigejugendliche und Ex-FSJler in einer Präsentationsrunde zu dem, was so geht in Kreisau. Mit dabei: Eben, auch ich.
Bisher ist noch nicht viel passiert. Es gibt eine Planung der Anreise, eine Unterkunft und viel Spannung. Wie viel Zeit nimmt sich Horst? Wird er uns die soziale Marktwirtschaft aufschwatzen? Oder doch nur ein Konto bei der Sparkasse? Nur für ihn habe ich meinen besten Anzug mit nach Doppel-D genommen, um ihn dann wieder mit nach Berlin zu nehmen. Nur für ihn werde ich die Uni schwänzen und eine Präsentation ausarbeiten. Nur für ihn, nur für Horst.
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Mittwoch, Oktober 10, 2007 · 2 Kommentare
Ich brauche einen Dichtungsring für eine Waschmaschine. Ein Dichtungsring ist ca. 3mm breit und hat einen Durchmesser von 3 cm, man kann ihn also bequem mit dem Fahrad transportieren. In der Hosentasche, zum Beispiel. Aber bevor das geht, muss man ihn erst einmal kaufen. In einem Baumarkt, zum Beispiel. Also: Auf zum toom, Kesselsdorfer Straße 240, Dresden-Gorbitz. Man muss dazu sagen, ich wohne in Löbtau eine Minute vom Beginn der Kesselsdorfer Straße - kann also nur 10 Minuten dauern die Fahrt.
Wenn es denn nicht Bergauf ginge. Richtig Bergauf, ohne Pause, ohne Gnade und immer schön den Schildern folgen. Man könnte meinen, es wäre anstrengend. Ist es. Völlig durchgeschwitzt erreiche ich das Schild, das hinweist, ich bin jetzt in Gorbitz. Sieht man auch: Ein wunderschönes Panorama spätsozialistischer Baukunst, also recht moderne Platten so weit das Auge reicht. Rechts mal ein Kinderladen - laut Schild, denn leider ist das Haus schon besprüht geplündert und zugemauert. In paradisischer Ruhe ziehen die Autos an mir vorrüber, weil in Gorbitz auch der Radweg endet. Also auf der Straße weiter, denn Fußweg ist zu gefährlich bei den Gestalten.
Nach zwanzig Minuten erreiche ich den toom, nachdem ich geschätzte 40-mal dachte an der nächsten Ecke muss er dann doch langsam mal sein.
Die Rückfahrt dauerte dann sieben Minuten. Ein Glück. Und alles für einen bescheuerten Dichtungsring.
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